Wie man eine Webseite erarbeitet – Fazit

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Das war also der September:

Einen Monat lang habe ich den Prozess dieser Webseite beschrieben und meine Logbuch Einträge veröffentlicht. Ab und an war es mir etwas peinlich. Häufiger habe ich gedacht: Das kannst du doch so nicht bringen. Wenn das jemand liest! Die Leute denken noch du kannst nicht geradeaus denken, geschweige denn gestalten… Ich habe es trotzdem durchgezogen. Wenn so etwas erst einmal läuft, kann man ja auch schlecht zwischendurch abbrechen. Das wäre um einiges peinlicher! Geholfen hat sicherlich auch, die meisten Einträge in einem Rutsch zu schreiben, bzw. zu korrigieren und hier einzupflegen.

Letztlich ist nichts live online gegangen. Ich habe es geschafft alles „geplant“ einzutragen. Yeah!!! Da bin ich tatsächlich ein bisschen stolz drauf. Für die meisten Blogger ist das natürlich nix Neues oder Besonderes. Aber hey, man muss sich auch mal selber feiern ;-).


Was jetzt noch fehlt, nachdem mein Logbuch doch viel geprägt ist von „heute läuft es großartig“ oder „heute ist es tendenziell katastrophal“ und die Tipps auch eher auf der emotionalen Ebene wirken, ist ein echter Fahrplan. Leider kann ich den nicht bieten.

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Statt eines Fahrplans, kann ich aber die Themen aufzählen, mit denen man sich beschäftigen muss und die es gilt zu erarbeiten:

Wie Gestaltung (auch bei mir) funktioniert, hat meine eine Professorin an der HBK, Ulrike Stoltz, einmal so beschrieben: Ich nehme diverse Fäden auf und betrachte sie mal alle gleichzeitig, dann nur büschelweise und ab und an fokussiere ich nur auf einen. Mit der Zeit werden es immer mehr Fäden und so verdichten sie sich allmählich. Der Prozess des Hin und Hers dauert unterschiedlich lange und ich kann schlecht im Voraus sagen wie lange. Die Wahrscheinlichkeit, dass es letztlich anders aussieht, als ich es mir am Anfang einmal vorgestellt habe, ist ziemlich groß. Auf jeden Fall entsteht am Ende aber ein perfektes Knäul und wenn das da ist, dann ist es plötzlich fertig.

(Für Projektmanager ist das natürlich ein Albtraum. Deswegen sei kurz gesagt: Das hier gilt vor allem für private Projekte. Für Kunden zu arbeiten ist eine andere Sache. Da hat man natürlich irgendwann Erfahrungswerte und kann ganz gut die Zeit einschätzen. Es ist außerdem im Wesentlichen Handwerk. Für sich selber zu arbeiten – und das gebe ich ganz ungerne zu – ist doch eher Kunst.)

Was

für eine Webseite soll es denn überhaupt werden? Ein persönlicher Blog aus Spaß an der Freude oder eine Business Seite, um die eigenen Dienstleistungen zu bewerben oder ein Festival Guide, oder, oder, oder…? Da gibt es ja 100tausend Möglichkeiten. Es macht schon Sinn sich das recht genau vorher zu überlegen. Denn das erleichtert die Recherche und die zukünftigen Entscheidungen bezüglich Inhalt, Aufbau und Gestaltung.

Wer eine ungefähre Vorstellung davon hat, was er für eine Webseite erarbeiten möchte, der kann relativ schnell auch nach passenden Themes suchen. Ich finde die sind mittlerweile so ausgefeilt, dass sie auch prima als Orientierungshilfe funktionieren und manchmal fast besser die durchschnittliche Lösung präsentieren, als wenn man sich x-Seiten der „Mitbewerber“ anschaut. Man muss deswegen ja kein Theme für die Ausarbeitung verwenden.

Warum

kann ganz einfach zu beantworten sein oder auch nicht. Wer einen Blumenladen eröffnet, der kann natürlich auch im Netz dafür werben und oben drein die Adresse und Öffnungszeiten des realen Ladens verkünden: eigentlich simpel. Wenn man auf das allseits berühmte und in aller Munde genuschelte „Storytelling“ setzt und damit auf der Seite des Blumenladens auch noch erzählt, warum man einen Blumenladen eröffnet hat – was einem jeder Konsultant sicher für teuer Geld empfiehlt – der steigt direkt mindestens ein Level hoch. Das ganze bitte noch auf charmante Art und Weise inkl. hübscher Bilder… ding, ding, ding! Auf persönlicher Ebene wird das „warum“ noch schwieriger zu beantworten.

Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es etwas unbefriedigend ist ohne ein deutliches „warum“ zu agieren. Man wird da sehr schwammig und macht sich das Unterfangen selber schwer.

Also auch hier empfehle ich drüber nachzudenken und möchte aber auch mit auf den Weg geben, dass man auch ohne vollständige Antwort anfangen kann. An der Stelle braucht man dann Vertrauen, dass sich alles im Prozess entwickeln wird.

Wozu

oder besser für wen, ist im Prinzip die logische Schlussfolgerung des Warums. Häufig wird an der Stelle empfohlen sich Personen auszudenken, die als Repräsentanten der liebsten Kunden agieren und einem dabei helfen (was genau zu tun!?). Hm ja, kann man machen.

Ich persönlich finde es immer hilfreich mir eine Bewerbungssituation vorzustellen. „Dress for success“ funktioniert letztlich genauso: Man zieht etwas an, mit dem man seinem Gegenüber ähnlich sieht. Bei Banken oder Anwälten ist das ein recht strenger Dresscode; bei den Kreativen wird es deutlich interessanter; bei den Modelabels muss man schon drauf achten, dass man nicht die unbeliebte Konkurrenz trägt. Trotzdem wählt man immer noch Kleidung aus seinem eigenen Schrank, bleibt also sich selber treu. Dieses Prinzip sorgt dafür, dass das Gegenüber sich mit einem wohlfühlt. Man signalisiert auf unbewusste Art und Weise: „Ich passe hierher und so erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass ich den Job ergattere.“

Übertragen auf die Webseite bedeutet das: Wenn ich weiß, wen ich gerne als Kunden hätte, dann kann ich mir die Webseiten dieser Kunden anschauen und weiß dadurch welche Gestaltungsarten sie verwenden. Wenn ich diese Parameter auf meiner Webseite verwende, dann ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass die Wunschkunden mein Angebot in Anspruch nehmen werden.   

Diese Weisheit gilt natürlich nicht nur für visuelle Gestaltung, sondern auch für kommunikative, sprich Wort und Text!

Wer

ist Inhaber der Webseite, ist auch ein nicht unwichtiger Bestandteil. Denn eine GmbH mit 500 Angestellten stellt sich anders vor, als eine einzelne Person und bei fünf unterschiedlichen Persönlichkeiten muss man natürlich auch diesen jeweils gerecht werden. Wie das zu lösen ist, muss individuell erarbeitet werden.

Bitte aber die rechtlichen Angaben auf keinen Fall mit Impressum und der GSDVO vergessen. Diese Angaben und Seiten sind wirklich wichtig und muss man haben! Verlinkungen zu Hilfsseiten dafür kann man in meinem Impressum oder vorherigen Blogeinträgen dieser Reihe finden.

Wie

stellt die Frage nach der Plattform. Wordpress basiert oder wie von mir empfohlen squarespace nutzen, selber alles programmieren, eventuell mit einigen Adobe Programmen zur Hilfe agieren oder doch ein Theme nutzen… auch hier gibt es mittlerweile nicht mehr nur eine Lösung und erst recht nicht die eine richtige für alle. Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Meine Entscheidung habe ich ja bereits ausführlich beschrieben. Es gilt hier die richtigen Werkzeuge für sich selbst zu finden.

Wie bezieht sich aber auch auf die Gestaltung an sich. Man kann nicht nicht gestalten! Egal ob man ein Theme wählt oder alles von der Pike auf selber aufbaut, es gilt ein Branding zu erarbeiten. Schriften, Farben, Logo, Layout und auch so kleine Dinge wie ein Favicon oder weitere Elemente auf der Seite selbst, wollen ausgewählt und gestaltet werden. Ob ein One-Pager oder besser eine breitere Struktur sinnvoll ist, entscheiden wohl vor allem die Inhalte. Ob horizontal oder vertikal gescrollt werden kann, ist dann aber gänzlich Geschmackssache. Ich denke allerdings, dass man um ein Responsive Design nicht mehr drum herum kommt. Das ist einfach Pflicht geworden. Es irritiert mich ungemein, wenn eine Webseite auf meinem Smartphone oder Tablett nicht gut aussieht, geschweige denn nicht funktioniert. Wir haben ja jetzt schließlich 2018 und nicht 2008 oder gar 1998!

Wo

beinhaltet die Suche nach dem Hosting Anbieter und der URL. Welchen Anbieter man nutzt steht auch im Zusammenhang mit der gewählten Plattform. Manchmal gibt es auch Einschränkungen bei der URL. Wofür auch immer man sich entscheidet, es muss ein kompatibles Gesamtpaket werden.

Und natürlich muss man sich für einen Namen entscheiden. Auch das ist eine völlig persönliche Angelegenheit und nicht einfach. Wer Lust hat, der kann ja mal „How to choose a name for your business“ googlen und sich durch die vielen Einträge wühlen. Vielleicht hilft es ja dem ein oder anderen. Ich möchte da eigentlich gar nicht so viel zu sagen. Außer vielleicht eins: Wer beispielsweise seinen eigenen Namen nutzt, könnte mal überlegen, ob es nicht sinnvoll ist sowohl .de als auch .com einzukaufen (oder was man eben gut findet, .info geht ja auch…) und vom einen zum anderen umzuleiten. Ebenso mit und ohne Bindestrich… denn wenn die anderen „Adressen“ irgendwann weg sind, bzw. belegt sind, ärgert man sich irgendwie doch.   

Womit

geht ans Eingemachte, denn darunter würde ich die echten Inhalte sehen. Texte und Bilder, eventuell Videos oder auch Illustrationen, Infografiken... von den Personen und den Projekten, zu den Dienstleistungen und den Autoren, sowie Blogeinträgen. Was auch immer es ist, was man vorstellen möchte, muss dargestellt und beschrieben werden.

Das hier ist die Hauptarbeit und die ist wirklich anstrengend. Sie macht den wenigstens Leuten Spaß, sie dauert richtig lange und sie entwickelt sich im Prozess weiter. Trotzdem hilft es sich erst mal zu sortieren.

Man kann damit beginnen sich die großen Überthemen zu überlegen und diese auf einzelne Zettel zu schreiben. Von da aus kann man weiter durchdefinieren und auch eine Sitemap/Navigation erstellen. Hierfür muss man sich immer überlegen, wie die Besucher zu den jeweiligen Inhalten kommen und was ich für Szenarien steuern möchte.

Alle Projektbilder könnten schon einmal in einen Ordner und andere erklärende Illustrationen in einen anderen. Damit zeigt sich auch immer was an Bildmaterial fehlt und noch erarbeitet werden muss.

Wer kein ordentliches Foto von sich selber hat, der sollte sich professionell fotografieren lassen. Das gilt für sämtliche Business Seiten und damit schließe ich auch Blogger (die Geld verdienen wollen) und Entrepreneure ein. (Für die ganz privaten Seiten ist es halt „nice to have“.) Wenn sich mehrere Partner zusammenschließen, dann gehen bitte alle zum selben Fotografen. Ich kriege echt die Krise, wenn ich auf Seiten komme, wo die Mitarbeiter präsentiert werden und die Fotos wie Kraut & Rüben aussehen!    

Je professioneller das Anliegen der Webseite ist, desto professioneller muss man auch die Inhalte erarbeiten. Entsprechend brauchen oft nicht nur die Fotos der Personen einen Profi, sondern auch die Produkte und Projekte. Verpixelte Fotos gehen gar nicht. Texte sollten mindestens Korrektur gelesen werden. Oft macht es aber auch Sinn jemanden zum Schreiben zu beauftragen.

Am Ende gibt es immer noch Detailarbeit zu leisten. SEO ist so eine Sache und was man noch für Einträge z.B. bei google tätigen möchte oder welche Verknüpfen erstellt werden sollen, z.B. zu seinen Social Media Profilen bei facebook, instagram und Co. Ganz wichtig ist aber nicht nur dort, sondern auch auf seiner eigenen Webseite leicht kontaktiert werden zu können. Dafür bitte überall checken, ob es leicht funktioniert.

Wann

die Seite online geht, finde ich persönlich relativ unspektakulär. Das ist eigentlich nur interessant bei Event begleitenden Seiten, bzw. wenn man ein Business zu einem bestimmten Zeitpunkt eröffnet. Da muss der Startpunkt natürlich passen. Manch einer braucht seine Seite vielleicht für Bewerbungen, da sollte es dann vermutlich asap sein :-).

Was bei der Frage etwas interessanter ist, gilt eigentlich nur für Blogeinträge: Wann stelle ich diese online und vor allem wie oft? Schreibe ich überhaupt einen Blog? Ich denke es macht für fast alle Sinn einen Blog zu schreiben, denn dadurch passiert etwas auf der Seite und wir alle wissen: google liebt das und honoriert es im Ranking. Wie oft muss jeder selbst entscheiden. Regelmäßig ist da ein häufiger Tipp und an jedem 1. im Monat fällt da genauso drunter, wie jeden Montag. Zu selten sollte es aber aus meiner Sicht nicht sein. Wenn ich sehe, dass der letzte Eintrag aus dem Jahr 2014 ist, frage ich mich schon was denn wohl passiert ist!? Wer möchte kann natürlich auch bis auf die letzte Minute analysieren, wann der perfekte Zeitpunkt wäre. Man munkelt, dass es dafür mittlerweile Programme und Berater gibt…


 Na, das war ja jetzt noch einmal deutlich ausführlicher, als ich mir das vorher so gedacht hatte. Egal, ich hoffe ich konnte dem ein oder anderen damit helfen. Wer noch Fragen hat, der kontaktiere mich gerne.

Auf jeden Fall war das mal ein interessantes Experiment; einen Monat mit einem Thema zu füllen. Eventuell bleibe ich sogar dabei. Mal schauen – der Oktober steht schließlich vor der Tür.

 

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Wie man eine Webseite erarbeitet – Tipp 5